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Kurzer Rundgang um die Baudenkmäler Innenstadt von Gdynia





Geschichte von Gdynia

Die erste Information über die Existenz des Dorfes Gdynia stammt aus dem Jahre 1253. Jahrhundertelang war das eine der vielen Niederlassungen an der Danziger Bucht. Die Einwohner beschäftigten sich mit der Fischerei und Landwirtschaft. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts trug die steigende Beliebtheit der Erholung an der See dazu bei, dass Gdynia sich langsam in einen Sommerfrischeort verwandelte. Am Seeufer wurde ein Kurhaus erbaut und eine Badeanstalt eingerichtet; viele Häuser boten Zimmer für die Sommergäste.
Eine Wende in der Geschichte von Gdynia kam jedoch nach dem 1. Weltkrieg, als Polen seine Unabhängigkeit wiedererlangte. Die Seeküste des wiedergeborenen Staates war nur 74 km lang und hatte keinen größeren Hafen.

1920 wurde die Entscheidung getroffen, einen Hafen aufgrund der günstigen natürlichen Bedingungen in Gdynia zu bauen. Im selben Jahr erarbeitete der erfahrene Architekt, Ing. Tadeusz Wenda, einen Entwurf des Hafens, der aus drei Teilen bestehen sollte: dem Kriegs-, dem Handels- und dem Fischerhafen. Im Jahre 1921 begann man mit dem Bau eines provisorischen Hafens. Eine intensivere dynamische Entwicklung erfolgte in der zweiten Hälfte der 20er Jahre. Eine Bestätigung des Ranges von Gdynia war die Verleihung der Stadtrechte im Jahre 1926. In jener Zeit lebten dort ca. 6 Tsd. Einwohner. 1938 überstieg ihre Zahl schon 120 Tsd. Die Entwicklung des Hafens und der Stadt dauerte ununterbrochen bis zum 2. Weltkrieg.
Die Erbauung von Gdynia ist eine der größten Errungenschaften in der 2. Republik-Periode (1918-1939), und überhaupt in der jüngsten Geschichte Polens. Die Entstehung der Stadt anstelle eines kleinen Dorfes innerhalb von nur etwas über zehn Jahren war eine einzigartige Unternehmung im Maßstab von ganz Europa. Auf dem Gebiet der heutigen Stadt sind Gebäude aus allen Etappen der Geschichte von Gdynia erhalten geblieben. Dieser Stadtführer soll die wichtigsten Baudenkmäler von Gdynia präsentieren, die ein materielles Zeugnis seiner einzigartigen Geschichte bilden.

Die wichtigsten Objekte auf der Besichtigungsroute:

1. Hauptbahnhof
2. Bürogebäude der ZUS (Sozialversicherungsanstalt)
3. Bank Polski
4. Wohngebäude der Bank Gospodarstwa Krajowego
5. Haus des Gemeindevorstehers Radtke
6. Bürgerhaus von A. Ogoñczyk-Bloch und L. Mazalon
7. Gebäude der Stadtverwaltung
8. Bürgerhaus der Familie Or³owski
9. Bürgerhaus der Familie Krenski
10. Bürgerhaus der Familie Stankiewicz
11. Marienkirche
12. Ehemaliges Hotel „Polska Riwiera"
13. Haus des Polnischen Seglers
14. Aquarium von Gdynia
15. Südlicher Seesteg
16. Segelschiff „Dar Pomorza"
17. Kriegsschiff ORP „B³yskawica"
18. Gedenktafel des Polnischen Matrosen
19. Bürgerhaus der Familie Prêczkowski
20. Bürgerhaus von Jurkowski
21. Gebäude der Polnischen Schiffahrt
22. Staatliches Meteorologisches Institut
23. Hafenbau-Büro
24. Fischerhaus
25. Kloster der Barmherzigen Schwestern des Hl. Vincenz von Paul
26. Haus der Familie Schroeder
27. Bürgerhaus von Hundsdorff
28. Haus des Schwedischen Matrosen
29. Haus von Antoni Abraham
30. Markthalle
31. Kreisgerichtsgebäude

1. Hauptbahnhof, Konstytucji Platz (Plac Konstytucji)
Das jetzige Gebäude des Bahnhofs ist das dritte in Folge an dieser Stelle. Erbaut in den Jahren 1950-55 nach einem Entwurf von Wac³aw Tomaszewski, ist es eines der wenigen Gebäude in Gdynia, die in der Epoche des Sozrealismus errichtet wurden. Aus den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts stammt auch die Ausstattung der meisten Innenräume mit den dekorativen Mosaiken und dem Deckengemälde im früheren Restaurant (heute eine Drogerie). Die Dworcowa Straße (Bahnhofstraße) führt zur 10 Lutego Straße (10.-Februar-Straße), so zum Andenken an die Verleihung der Stadtrechte im Jahre 1926 benannt.

2. ZUS-Gebäude, 10 Lutego Str. 24
Das Bürogebäude, der Sitz der ZUS (Sozialversicherungsanstalt), entstand in den Jahren 1935-36 nach einem Entwurf von Roman Piotrowski. Es ist eines der Symbole der Architektur von Gdynia aus der Zwischenkriegszeit. Es zeichnet sich durch die Zusammenstellung von Baukörpern mit unterschiedlicher Größe sowie durch seinen exponierten abgerundeten Teil aus. Typisch für die Architektur der 30er Jahre und für den Modernismus-Stil sind einfache Formen und glatte Fassaden, mit großflächigen, waagrechten Verglasungen. Die Fassaden im Erdgeschoß wurden mit schwarzen Granitplatten ausgelegt, mit denen die hellen Sandsteinplatten in den höheren Stockwerken einen Kontrast bilden. Nach dem Krieg war das Gebäude ein Sitz der Reederei „Polskie Linie Oceaniczne" (Polnische Ozeanlinien).

3. Bank Polski, 10 Lutego Str. 20/22
Das Gebäude entstand im Jahre 1929 nach einem Entwurf von Stanis³aw Filasiewicz. Seine Architektur ist charakteristisch für die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts, als man gerne an die Stile der früheren Epochen anknüpfte - daher wird diese Richtung als der Historismus bezeichnet. Sehr ansehnlich sind die Innenräume der Bank mit einem geräumigen Bedienungssaal und einem schönen, von Säulen gestützten Gewölbe. Das reich ausgeschmückte Bankgebäude, sowie die zwei Nebengebäude geben uns die Möglichkeit zu vergleichen, wie sehr sich die Architektur von Gdynia innerhalb von nur ein paar Jahren veränderte.

4. Wohngebäude der Bank Gospodarstwa Krajowego, 3 Maja Str. 27/31 und Batorego Str. 26
Wêdrówka po zabytkach - 4Das dritte Gebäude an der Kreuzung ist, was die Kubatur betrifft, das größte Wohngebäude in Vorkriegsgdynia. Entworfen vom Architekten Stanis³aw Zio³owski, wurde es in einigen Etappen in den Jahren 1935-37 erbaut. Auf der Seite der 3. Maja Straße fällt das halbrunde Überbautürmchen auf, das für die Architektur von Gdynia charakteristisch ist. Das Gebäude war modern ausgestattet, unter dem Hof wurde eine Tiefgarage erbaut. Die Fassaden wurden mit Kalksteinplatten ausgeschmückt, die man aus der im Süden Polens liegenden Stadt Szyd³owiec geholt hatte.

5. Haus des Gemeindevorstehers Radtke, 10 Lutego Str. 2
An der Kreuzung der Straßen 10 Lutego und ¦wiêtojañska steht das Haus von Jan Radtke, der ab 1918, nach einer langjährigen Teilung Polens, der erste polnische Gemeindevorsteher von Gdynia war. Das 1912 errichtete Gebäude diente seinem Besitzer, sowie auch den Sommergästen, die sich in Gdynia aufhielten. Als Gäste verweilten in diesem Haus u. a. der Schriftsteller Stefan ¯eromski, der Komponist Feliks Nowowiejski, sowie der Erbauer des Hafens von Gdynia, Ing. Tadeusz Wenda. Am Gebäude, das sich durch sein hölzernes Ecktürmchen auszeichnet, wurde eine Tafel zum Andenken an Jan Radtke angebracht.

6. Bürgerhaus der Familie Or³owski, ¦wiêtojañska Str. 68
Das modernistische Eckhaus mit einem bildhauerisch ausgestalteten Baukörper, wurde im Jahre 1936 errichtet. Die Form des Bauwerkes wird von zwei Teilen bestimmt, die sich durchdringen - einem sechsgeschossigen Teil mit einer abgerundeten Ecke und mit Fenstern, die sich einen Bogen entlang ziehen, sowie einem siebengeschossigen, quaderförmigen Teil. Die hellen Fassaden wurden mit Platten aus Sandstein verblendet. In der Zwischenkriegszeit beherbergten die unteren Stockwerke das Luxuswarenhaus „Bon Marché". Heute befindet sich ein Buch- und Pressesalon im Erdgeschoß.

7. Bürgerhaus von A. Ogoñczyk-Bloch und L. Mazalon, ¦wiêtojañska Str. 122
Das Gebäude wurde im Jahre 1936 für den Anwalt Antoni Ogoñczyk-Bloch und den Architekten Leon Mazalon erbaut, der auch der Mitautor des Entwurfs war. Die besonders exponierte Lage des Hauses bewirkte eine interessante Lösung des Eckteiles, der durch die verglasten, senkrechten Wintergärten stromlinienförmig betont wird. Ähnlich wurden auch die Balkone auf der Seite der Pi³sudskiego Allee ausgestaltet, welche die Wandfläche, sowie auch die vierstöckige Fassade vermannigfacht, die fließend aus dem Eckteil auf der Seite der ¦wiêtojañska Straße „hervortritt". Dieses Haus ist ein hervorragendes Beispiel für die Architektur der 30er Jahre, und zwar nicht nur nach den Maßstäben von Gdynia gemessen.

8. Gebäude der Stadtverwaltung, Pi³sudskiego Allee 52/54
Das Gebäude bildete am Anfang den Sitz des Regierungskommissariats. Es entstand in zwei Etappen. Der erste Teil wurde 1930 errichtet. Der zweite Flügel auf der Seite der Pi³sudskiego Allee und Bema Straße wurde 1937 dazugebaut. Die beiden Teile entstanden nach einem Entwurf von J. Müller. Das Gebäude beherbergte nicht nur die Amtsräume, sondern auch eine Wohnung des Regierungskommissars (ab 1933 war es Franciszek Sokó³). Heute befindet sich hier der Sitz des Stadtrates und des Oberbürgermeisters von Gdynia.

9. Bürgerhaus der Familie Krenski, ¦wiêtojañska Str. 55
Das Haus an der Straßenkreuzung wurde 1939 nach einem Entwurf von Zbigniew Kupiec und Tadeusz Kossak - des aktivsten Duetts von Architekten aus Gdynia - erbaut. Der höhere Eckteil des Gebäudes betont die Straßenkreuzung, und die niedrigeren Seitenfragmente verbinden es mit den Nachbarhäusern. Im einfachen Baukörper zeichnen sich die schmalen, senkrechten Lisenen aus, welche den hervorspringenden Sims stützen, sowie die wellenförmigen Balkone auf der Seite der ¯wirki i Wigury Straße. Der Kriegsausbruch verhinderte das Verputzen der Fassade und den Ausbau des Erdgeschosses. Man schaffte es auch nicht mehr, den Fahrstuhl zu installieren, der schon im Hafen auf die Abladung wartete.

10. Das Bürgerhaus von Stankiewicz, ¦wiêtojañska Str. 53
Das Haus wurde 1931 nach einem Entwurf von W³odzimierz Prochaska und Tadeusz Jêdrzejewski erbaut. Im Tor des Gebäudes befindet sich eine Ausstellung, die seine Geschichte präsentiert und die von den heutigen Besitzern organisiert wurde.

11. Marienkirche, Ecke ¦wiêtojañska Str. und Armii Krajowej Str.
Die Kirche wurde dank den Schenkungen der Einwohner von Gdynia auf einem Grundstück erbaut, das von der Besitzerin eines großen Bauernhofes, El¿bieta Skwiercz, geschenkt wurde. Man begann mit dem Bau 1922, eingeweiht wurde die Kirche 1924. Die architektonische Form, entworfen von Marian Baranowski und Roman Wojkiewicz, knüpft an die renaissanceartigen und barocken Heiligtümer in Zentralpolen. Die Kirche hat heute den Rang der Kollegiatskirche von Gdynia. In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts entstand die Idee, eine monumentale Seebasilika zu errichten, deren Entwurf an die Form eines riesigen dreimastigen Segelschiffes erinnern sollte. Aufgrund der mangelnden finanziellen Mittel wurde diese Idee niemals verwirklicht.

12. Hotel „Polska Riwiera", Zawiszy Czarnego Str. 1
In den Jahren 1922-23 wurde an dem oft besuchten Strand am Fuße des Hügels Kamienna Góra ein Hotel mit dem bezeichnenden Namen „Polska Riwiera" erbaut. Daneben befanden sich hölzerne Bäder und ein Seesteg. Das von W³adys³aw Granowski errichtete Gebäude hat eine traditionelle Form, die für die Bauwerke aus den 20er Jahren charakteristisch ist. Heute beherbergt das ehemalige Hotel einen Garnisonklub der Kriegsmarine. An das Baudenkmal grenzt der in den Jahren 2000-2006 erbaute moderne Komplex des Museums der Stadt Gdynia und des Museums der Kriegsmarine.

13. Haus des Polnischen Seglers, Jana Paw³a II Allee 3
Ein Jahr vor dem Krieg entstand auf dem Südlichen Seesteg ein Repräsentationsobjekt, das ein Zentrum der Segelschiffahrt bilden sollte. Das Haus des Polnischen Seglers, errichtet nach einem Entwurf von Bohdan Damiêcki und Tadeusz Sieczkowski, gehört mit seinem abgerundeten Teil, der zum Basen ¯eglarski hinausgeht, zu den charakteristischsten Baudenkmälern von Gdynia. Im Gebäude waren Repräsentationssäle, ein Hotel und ein Schwimmbad geplant. Heute beherbergt es die Navigationsabteilung der Seeakademie. Im Komplex befindet sich auch ein Planetarium, das zunächst nur für didaktische Zwecke diente, heute aber auch für Touristen zugänglich ist.

14. Aquarium von Gdynia, Jana Paw³a II Allee 1
Auf dem Südlichen Seesteg hat man zwei Jahre vor dem Kriegsausbruch mit dem Bau eines Ausstellungs- und Forschungsobjektes begonnen, das mit der See im Zusammenhang stand. Die Bauarbeiten wurden in der Ausbauphase durch den Krieg unterbrochen. Nach dem Krieg wurde das Gebäude auf der Ostseite um eine verglaste Rotunde vergrößert, die von einer Terrasse auf Pfeilern umgeben ist. Dieses Gebäude beherbergt das Aquarium von Gdynia - eine der meistbesuchten Bildungs- und musealen Einrichtungen in Polen, die einen festen Programmpunkt jedes Ausflugs nach Gdynia bildet. Im Aquarium sind einzigartige Beispiele der Fauna aus den Seen der ganzen Welt zu sehen.

15. Südlicher Seesteg
Wêdrówka po zabytkach - 15Der Südliche Seesteg ist ein Repräsentationshafendamm mit der Länge von 600 m und Breite von der 120 m, der in den Jahren 1935-37 anstelle eines Holzseestegs erbaut wurde. Er bildet einen Teil des von Stanis³aw Filipowski entworfenen Repräsentationsbezirks, der wegen des Kriegsausbruchs nicht zu Ende gebaut wurde. Der Seesteg bildet eine Verlängerung der Hauptachse von Gdynia, nämlich der 10 Lutego Straße. Am Ende des Seestegs sollte vor dem Krieg ein riesiger, einige zehn Meter hoher „Obelisk der Wiedervereinigung der Polnischen Länder" erbaut werden, als ein Symbol der Wiederentstehung des Staates nach den Teilungen. Heute steht dort ein Denkmal des Schriftstellers Joseph Conrad Korzeniowski.

16. Segelschiff „Dar Pomorza"
Das als „eine weiße Fregatte" bezeichnete Segelschiff wurde 1929 dank den sozialen Schenkungen gekauft und wurde zu einem Symbol der Verbindungen Polens mit der See. Erbaut im Jahre 1909 in Hamburg, lief es zum ersten Mal in Gdynia im Jahre 1930 ein. Mehrere zehn Jahre diente es als Schulungsschiff für einige Generationen der Offiziere der polnischen Marine. Es machte über hundert Seereisen, umkreiste die Erdkugel und siegte in den Regatten großer Segelschiffe. Seine letzte Reise beendete es 1981. Heute erfüllt es die Funktion eines Museums. Seit 1982 wird die Tradition von „Dar Pomorza" von einer weiteren Fregatte fortgesetzt, nämlich des in der Danziger Werft erbauten Schiffes „Dar M³odzie¿y".

17. Zerstörer ORP „B³yskawica"
Der Zerstörer der Polnischen Kriegsmarine wurde 1937 in einer britischen Werft erbaut. Es nahm am 2. Weltkrieg teil, kämpfte bei Narvik und Dünkirchen, sowie auch auf dem Mittelmeer. 1944 nahm es an der Alliierten-Landung in der Normandie teil. Heute erfüllt das Schiff die Funktion eines Museums, in dem die Geschichte der Polnischen Kriegsmarine präsentiert wird. Wenn wir weiter in Richtung Westen gehen, kommen wir rechts am Unterhaltungs- und Kinozentrum „Gemini" vorbei, das im Jahre 2000 eröffnet wurde.

18. Gedenktafel des Polnischen Matrosen, Ko¶ciuszko Platz (Skwer Ko¶ciuszki)
Ein symbolischer Ort, eingerichtet zum Andenken an die Mühen und Opfer polnischer Matrosen. Hier finden viele offizielle Feierlichkeiten statt. Anstelle der Tafel soll ein Denkmal des Polnischen Matrosen errichtet werden.

19. Bürgerhaus der Familie Prêczkowski, Ko¶ciuszko Platz 10-12 (Skwer Ko¶ciuszki 10-12)
Eines der ersten Bürgerhäuser von Gdynia in modernistischer Form, das in einigen Etappen in den Jahren 1928-1937 erbaut wurde. Der Projektant Tadeusz Jêdrzejewski führte abgerundete Wände ein, um an die Schiffsarchitektur anzuknüpfen, sowie ein Türmchen, das an eine Kapitänsbrücke erinnert. Im Erdgeschoß befand sich vor und auch viele Jahre nach dem Krieg ein Kino - zuerst „Polonia", später - „Goplana".

20. Bürgerhaus von Jurkowski, Ko¶ciuszko Platz 16 (Skwer Ko¶ciuszki 16)
Das moderne Bürgerhaus mit einer Skelettkonstruktion aus Stahlbeton, zeichnet sich durch seine Verkleidung aus gelben Keramikplatten aus. Es entstand in den Jahren 1937-38, nach einem Entwurf von Zbigniew Kupiec und Tadeusz Kossak.

21. Gebäude der Polnischen Schifffahrt, Waszyngtona Str. 44
In der Waszyngtona Straße befinden sich die wichtigsten Gebäude, die mit der Seeverwaltung verbunden sind. Unweit vom Ko¶ciuszko Platz entstand in den Jahren 1927-29 das Gebäude der staatlichen Reederei „¯egluga Polska" („Polnische Schifffahrt"), entworfen von Adam Ballenstedt. Der einfache Baukörper des Gebäudes wird durch einen Säulengang mit fünf Arkaden betont, mit Gurtbögen an den Säulen und Details im Stil von Art déco. Heute beherbergt es das Oberkommando der Kriegsmarine.

22. Gebäude des Staatlichen Meteorologischen Instituts, Waszyngtona Str. 42
Der Sitz dieser für die Schifffahrt ungemein wichtigen Institution, der in den Jahren 1927-30 erbaut wurde, zeichnet sich durch seinen durchbrochenen Messturm aus.

23. Hafenbau-Büro
Im Jahre 1928 wurde hier ein Büro- und Wohngebäude erbaut, dessen Architektur mit einem kleinen Innenhof an die historischen polnischen Herrenhäuser anknüpft. In dem Gebäude amtierte und wohnte Ing. Tadeusz Wenda, der wichtigste Projektant und Erbauer des Hafens in Gdynia. Eine Tafel am Eingang bildet ein Andenken an ihn. Auf der anderen Seite der Waszyngtona Straße steht ein einfaches, hölzernes Kreuz, das dort im Jahre 1922 zum Andenken an den Hafenbau angebracht wurde.

24. Fischerhaus, Kaszubski Platz 7b (Plac Kaszubski 7b)
Hinter den Bürgerhäusern, die am Kaszubski Platz stehen, ist das älteste Wohngebäude in Gdynia erhalten geblieben. Es entstand Ende 19. Jahrhundert als ein Haus für zwei Fischerfamilien. Außer dem Erdgeschoß hat es ein Dachgeschoß unter einem einfachen Satteldach. Das Haus, das von der ¯eromskiego Straße zugänglich ist, beherbergt heute ein stilisiertes Café.

25. Kloster der Barmherzigen Schwestern des Hl. Vincenz von Paul, Starowiejska Str. 2
Die Barmherzigen Schwestern siedelten sich in Gdynia im Jahre 1910 an. In Übereinstimmung mit der Ordensregel beschäftigten sie sich mit den Armen und Kranken. Das in den Jahren 1923-24 erbaute Ordenshaus mit der Kapelle zeichnet sich durch seinen Säuleneingang aus. Das Gebäude beherbergte auch Räume für die Sommergäste, die Gdynia immer zahlreicher besuchten. Drei Jahre später ließen die Schwestern am benachbarten Kaszubski Platz ein viergeschossiges Gebäude errichten, das eben für die Sommergäste bestimmt war. Aufgrund der Entwicklung der Stadt und der laufenden Bedürfnisse wurde es kurz danach in das Hl.-Vincenz-Hospital umgestaltet. Das Hospital der Barmherzigen Schwestern wurde zu einem Keim des Städtischen Krankenhauses, das bis heute funktioniert.

26. Haus der Familie Schroeder, Starowiejska Str. 10 a
Das Wohngebäude der Familie Schroeder aus dem Jahre 1914, das einst auch Zimmer für die Sommergäste beherbergte.

27. Bürgerhaus von Hundsdorff, Starowiejska Str. 7
Ein Eckhaus, erbaut in den Jahren 1932-35 nach einem Entwurf von Marian Ma¶liñski.

28. Haus des Schwedischen Matrosen, Jana z Kolna Str. 25
Ein Gebäude von 1936, erbaut nach einem Entwurf von Stanis³aw P³oski, beherbergte früher ein Hotel sowie das Schwedische Konsulat.

29. Haus von Antoni Abraham, Starowiejska Str. 30
Das ländliche Haus der Familie Skwiercz aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts wurde an einer gewundenen Straße erbaut, die mitten durch das Dorf Gdynia führte. Der im Verhältnis zu den Nachbarhäusern schräge Verlauf des Gebäudes bildet eine Erinnerung an die frühere Starowiejska Straße, die während des Stadtumbaus einen geradlinigen Verlauf bekam. In den Jahren 1920-23 lebte Antoni Abraham, ein Kaschube und ein Unabhängigkeitsaktivist in diesem Haus. Derzeit beherbergt es eine Abteilung des Museums der Stadt Gdynia mit einer Ausstellung über die Geschichte des Dorfes Gdynia.

30. Markthallenensemble, Wójta Radtkego Str.
Um den Markthandel in der sich dynamisch entwickelnden Stadt Gdynia in Ordnung zu bringen, erbaute man ein Ensemble von Handelsobjekten, das aus drei Teilen besteht. Es sind: die Obst- und Gemüsehalle (eine Bogenhalle), die Fisch- und die Fleischhalle. Der Komplex wurde in den Jahren 1935-38 nach einem Entwurf von Stefan Reychman und Jerzy Müller erbaut. Die besonders charakteristische Bogenhalle hat eine Tragkonstruktion aus neun Stahlbindern mit der Höhe von 18 m und Spannweite von 35 m. Es ist eines der vielen Baudenkmäler in Gdynia, die bis heute ihre ursprüngliche Funktion erfüllen.

31. Kreisgerichts- und Staatsanwaltschaftsgebäude, Konstytucji Platz 5 (Plac Konstytucji 5)
Das monumentale Gebäude gegenüber vom Hauptbahnhof wurde im Jahre 1936 nach einem Entwurf von Z. Karpiñski, T. Sieczkowski und R. So³tyñski errichtet, der einen Architekturwettbewerb gewonnen hatte. Das moderne Gebäude mit einem dynamischen Baukörper, besteht aus einem Hauptquader, in dem sich die Eingänge und die hohe Haupthalle befinden, den zwei symmetrischen Flügeln, die einen Bogen entlang verlaufen, sowie einem geradlinigen Flügel auf der Seite der Jana z Kolna Straße. Die avantgardistische Form des Gebäudes war schon vor dem Krieg eines der Symbole für den modernen Charakter von Gdynia.




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